Transformation der Gewerbe- und Handelsimmobilien: BBE Handelsberatung und SOZELIO Rechtsanwälte diskutieren Chancen und rechtliche Perspektiven
Rund 100 Gäste aus der Immobilien-, Handels- und Beratungsbranche folgten der Einladung in die 31. Etage des markanten Nürnberger Hochhauses, um über die Transformation von Gewerbe- und Handelsimmobilien zu diskutieren.
Impulse aus Praxis und Recht
Den Auftakt bildeten zwei thematische Kurzvorträge aus unterschiedlichen Perspektiven: Laura Wimmer, Senior Consultant bei BBE, lieferte eine datengestützte Einordnung des aktuellen Marktgeschehens – von der gedämpften Konsumstimmung über die Spreizung zwischen wachsenden und schrumpfenden Handelsformaten bis hin zu Mietpreis- und Renditeentwicklungen.
Ihr Fazit: Innenstadtentwicklung ist heute keine reine Handelsfrage mehr, sondern eine gemeinsame Aufgabe aus Handel, Immobilienwirtschaft und Standortpolitik.
Clarissa Dahms, Rechtsanwältin bei SOZELIO, beleuchtete die rechtlichen Rahmenbedingungen der Transformation – von den bauplanungs- und bauordnungsrechtlichen Herausforderungen bis zu den aktuellen Neuerungen durch Bauturbo, bayerische Umbauordnung und BauGB-Novelle 2026/2027.
Ihr Fazit: Der Gesetzgeber schafft neue Spielräume, vorrangig jedoch für den Wohnungsbau – für die Transformation reiner Gewerbe- und Handelsimmobilien bleibt der rechtliche Handlungsspielraum weiterhin begrenzt.
Podiumsdiskussion
Im Anschluss moderierte Dr. Michael Grüner (SOZELIO) eine Podiumsdiskussion mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten:
- Markus Wotruba, Mitglied der Geschäftsleitung, BBE Handelsberatung
- Dr. Tanja Potschies, Fachanwältin für Verwaltungsrecht, SOZELIO Rechtsanwälte
- Susanne Klaußner, Geschäftsführende Gesellschafterin, Deutsche Investment Retail GmbH, und Vorsitzende des Ausschusses Handel im ZIA
- Dr. Sebastian Greim, Geschäftsführer, ECKPFEILER Immobilien Nürnberg GmbH & Co. KG, und Vizepräsident des BFW Landesverband Bayern
Im Mittelpunkt standen die Fragen, welche Nutzungskonzepte sich in der Praxis bewähren, wo die rechtlichen Stolperfallen liegen und was Mixed-Use-Ansätze tatsächlich erfolgreich macht.
Zentrale Erkenntnisse des Abends
Die Diskussion machte deutlich: Erfolgreiche Innenstadtentwicklung endet nicht im Erdgeschoss. Wirtschaftlich tragfähig wird sie erst durch integrierte Nutzungskonzepte, die das gesamte Gebäude einschließen – insbesondere bislang ungenutzter Obergeschosse.
Mixed-Use schafft Frequenz und Synergien, birgt aber auch Nutzungskonflikte, etwa bei Lärm, Verkehr oder Infrastruktur. Gefragt sind daher flexible, standortspezifische Lösungen statt pauschaler Ansätze.
Eine wesentliche Schlussfolgerung aus dem Panel: Transformation gelingt nur, wenn Marktanalyse, Nutzungskonzept und rechtlicher Rahmen von Anfang an zusammengedacht werden. Ebenso zentral ist die frühzeitige Abstimmung mit Kommunen und Behörden als entscheidender Erfolgsfaktor für tragfähige Projekte.
Ausblick
Die Resonanz der rund 100 Teilnehmenden war durchweg positiv. SOZELIO und BBE haben bereits eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe angekündigt.
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