„Bibliothek der Zukunft“ im ehemaligen Kaufhof in Neuss: Mehr als nur ein Ort für Bücher

In den oberen Etagen werden neben der Bibliothek Freizeitnutzungen, medizinische und gesundheitliche Dienstleistungen sowie verschiedene Formen des Wohnens empfohlen.

Das Mixed-Use-Objekt mit der “Bibliothek der Zukunft” als neuen Frequenzanker kann entscheidende Impulse für die Stadtentwicklung setzen. Die geplante Verlagerung der Stadtbibliothek vom Neumarkt in das ehemalige Kaufhof-Gebäude „Am Konvent“ ist eines der bedeutendsten Projekte der kommenden Jahre in Neuss.

Ziel ist es, die Bibliothek nicht nur räumlich zu erneuern, sondern sie als offenen, multifunktionalen Ort neu zu denken – und gleichzeitig die Innenstadt zu stärken.

Eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung spielt die BBE Handelsberatung, die gemeinsam mit IPH und AIP im Vorfeld alle relevanten Nutzungsoptionen geprüft hatte. Timm Jehne, Head of Real Estate Consulting, betont vor allem die strategische Lage des neuen Standorts:

„Die Immobilie am Konvent befindet sich in zentraler 1a-Lage mit den höchsten Frequenzen.“ Im Gegensatz zur bisherigen Randlage am Neumarkt könne die Bibliothek hier „aus allen Richtungen der Fußgängerzone wahrgenommen“ werden und so eine „maximale Strahlkraft“ entfalten.

Nach Einschätzung der BBE wird die Bibliothek zu einem der wichtigsten Frequenzbringer der Innenstadt. „Mit einer erwartbaren deutlichen Steigerung der Besucherzahl wird die Bibliothek zu einem der stärksten Frequenzanker der Neusser Innenstadt“, Jehne.

Ein entscheidender Effekt dabei: Viele Besucher verbinden ihren Aufenthalt mit Einkäufen oder Gastronomiebesuchen. Dadurch entstehen zusätzliche Umsätze, die dem Einzelhandel und der gesamten Innenstadt zugutekommen.

Darüber hinaus sieht die BBE in der Bibliothek ein wichtiges Signal gegen Leerstand und eine einseitige Entwicklung des Handels. „Die Bibliothek als öffentliche Qualitätsnutzung in zentraler Lage sendet ein Signal für langfristiges städtisches Engagement“, erklärt Jörg Lehnerdt, Regionalleiter West.

Als Ankermieter könne sie weitere Nutzungen anziehen, Investitionen fördern und die Attraktivität des Umfelds nachhaltig steigern.

Auch das Nutzungskonzept der neuen Bibliothek folgt einem modernen Ansatz. Neben klassischen Medienangeboten sind flexible Lern- und Arbeitsbereiche, Co-Working-Zonen, Veranstaltungsräume und kreative Angebote wie Makerspaces geplant.

Ziel ist ein Ort, der den ganzen Tag über genutzt wird und unterschiedliche Zielgruppen anspricht. „Anders als Einzelhandel schafft die Bibliothek Frequenz von morgens bis abends, an allen Wochentagen“, so Lehnerdt. Damit etabliert sich die Bibliothek als sogenannter „Dritter Ort“ – ein Raum für Begegnung und Aufenthalt jenseits von Zuhause und Arbeitsplatz.

Ein weiterer Vorteil des neuen Standorts liegt in den baulichen Möglichkeiten. Während das bisherige Gebäude am Neumarkt nur begrenzte Entwicklungsspielräume bietet, ermöglicht „Am Konvent“ moderne, flexible Raumkonzepte, bessere Barrierefreiheit und eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur.

Auch die Aufenthaltsqualität soll deutlich steigen – etwa durch neue Aufenthaltsbereiche, Veranstaltungsflächen und ergänzende Nutzungen im Gebäude.

Der Umzug eröffnet laut Lehnerdt die Chance, eine „Bibliothek der Zukunft“ ohne die Einschränkungen des bisherigen Standorts zu realisieren. Gleichzeitig wird das Projekt zu einem „wichtigen Baustein für die Weiterentwicklung der Neusser Innenstadt – als Bildungsort, Begegnungsraum und Impulsgeber für urbanes Leben“.

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