Mehr als Shampoo: Wie Drogisten mit Getränken punkten
Warum Flaschen und Dosen echte Frequenztreiber sind und welche Lehren der Fachhandel daraus ziehen kann.
Drogeriemärkte entwickeln sich zunehmend zu modernen „Category-Killern“, die gezielt Sortimentslücken in innerstädtischen Lagen schließen. Lebensmittel spielen dabei eine Schlüsselrolle:
Sie sorgen für mehr Kundenfrequenz, längere Verweildauer und stärkere Bindung – bei gleichzeitig attraktiven Margen. Besonders Bio-Produkte und Convenience-Artikel wachsen dynamisch und passen zur Kernzielgruppe.
Auch Getränke profitieren von dieser Entwicklung. „Flaschen und Dosen sind klassische Frequenzbringer mit hohen Kaufraten“, sagt Dr. Johannes Berentzen, Geschäftsführer der BBE Handelsberatung.
Sie fördern Impulskäufe – vor allem im urbanen Umfeld. Dank zentraler Lagen in Fußgängerzonen haben Drogeriemärkte hier oft einen Vorteil gegenüber klassischen Getränkefachmärkten.
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist das Cross-Selling. „Wer spontan ein Wasser kauft, nimmt häufig noch Drogerieartikel mit“, so Berentzen. Die meist angebotenen Einweggebinde sieht er nicht als Widerspruch zur Nachhaltigkeitspositionierung: „Das ist pragmatisches Handelsmanagement für unterschiedliche Kundenbedürfnisse.
“ Während Bio-Getränke die werteorientierte Stammkundschaft ansprechen, bedient Einweg-Convenience die mobile, spontane Nachfrage. „Die Drogisten bedienen beide Segmente parallel und maximieren so ihre Marktabschöpfung.“
Im Detail zeigen sich klare Unterschiede in der Sortimentsstrategie: dm setzt auf Bio, Premium und Eigenmarken und verzichtet bewusst auf Energy-Drinks sowie Alkohol. Rossmann und Müller hingegen nutzen bekannte Marken wie Coca-Cola oder Red Bull als Frequenzanker und ergänzen ihr Angebot auch um alkoholische Getränke – gezielt für Mehrfachkäufe.
Für Getränkefachmärkte ergibt sich daraus konkreter Handlungsbedarf. „Sie sollten ihr Sortiment stärker emotionalisieren, Premium- und Bio-Segmente ausbauen und attraktive Handelsmarken entwickeln“, empfiehlt Berentzen.
Ebenso wichtig sei ein konsequentes Cross-Selling mit ergänzenden Sortimenten wie Snacks oder Barista-Zubehör – kombiniert mit einer ansprechenden Wareninszenierung und einem modernen Einkaufserlebnis.
Ihr Ansprechpartner