Planen, Steuern… Überleben?

Aktuelle Studien belegen, dass das Fehlen einer soliden Unternehmensplanung und eines entsprechenden Controllings die Hauptursachen für Unternehmensinsolvenzen sind – und alarmierenderweise verfügen immer noch über 85 Prozent der KMU in Deutschland über kein echtes Controlling. Dr. Philipp Hoog, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter der Strategieberatung bei der BBE Handelsberatung GmbH in München und Maximilian Riebel, Manager bei der BBE, beleuchten daher in diesem Beitrag die dringende Notwendigkeit einer konsequenteren betriebswirtschaftlichen Planungs- und Controllingarbeit im Möbelhandel.

Herausforderungen im Möbelhandel
In einer Zeit enormer Dynamik steht der stationäre Möbelhandel vor großen Herausforderungen: Kaufkraftverluste, schwankende Baukonjunkturen und steigende Kosten, die auf die Margen drücken. Die Liste der Herausforderungen scheint schier endlos. Die Rolle der stationären Verkaufsfläche verändert sich rasant und viele Unternehmen und Unternehmer der Branche haben wenig oder keine Transparenz über aktuelle betriebswirtschaftliche und vertriebliche Entwicklungen in ihrem Unternehmen. Auch Verbände, Verbundgruppen und Einkaufsorganisationen stehen vor der großen Herausforderung, dass sie nach wie vor noch keine wirkliche oder auch zu wenig Transparenz über die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Mitglieder und Handelspartner haben.

Die Bedeutung von Planung und Controlling
Ein effektives Controlling und eine auf kurz-, mittel- und langfristige Ziele ausgerichtete Planung sind in einem turbulenten Umfeld nicht nur hilfreich, sondern zunehmend überlebensnotwendig. Die Transparenz betriebswirtschaftlicher Kennzahlen ist dabei der Dreh- und Angelpunkt, der es den Unternehmen ermöglicht, fundierte Entscheidungen zu treffen, strategisch zu handeln und frühzeitig Negativentwicklungen entgegenzusteuern.

Dies erfordert jedoch einerseits eine Veränderungsbereitschaft bei Unternehmern und Mitarbeitern und andererseits eine konsequente Weiterentwicklung hin zu einer stärker zahlengetriebenen Unternehmensführung. Diesen Prozess gilt es konsequent zu moderieren und die notwendigen Veränderungsimpulse gezielt zu setzen. Um die Zahlentransparenz dann auch abbilden zu können, sind auf den stationären Einzelhandel fokussierte Planungs-, Controlling- und Steuerungsinstrumente erforderlich. Diese müssen nicht nur umfassende betriebswirtschaftliche Daten (Umsätze, Wareneinkauf, Boni/Skonti, Roherträge, Kosten etc.) abbilden, sondern auch branchenrelevante Vertriebskennzahlen (Lagerumschlag, Umsatz pro qm, Umsatz pro Verkäufer etc.) in Plan/Ist-Darstellungen analysierbar machen.

Die erfolgreiche Implementierung dieser Tools erfordert zwingend eine enge Zusammenarbeit und damit einen gemeinsamen Prozess zwischen Händlern, zentral organisierten Verbundgruppen und einem moderierenden Element.

Fazit 
Für den mittelständischen Möbelhandel wird es zunehmend erfolgsentscheidend, die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens konsequent zu planen und kontinuierlich zu kontrollieren. Bei der Umsetzung ist die Zusammenarbeit zwischen Händlern und Verbänden gefragt. Nur so kann durch Planung und besseres Controlling das unternehmerische Überleben im mittelständischen Handel gesichert werden.

Ihr Ansprechpartner

Ihr persönlicher Ansprechpartner steht Ihnen für Rückfragen und die individuelle Einordnung jederzeit zur Verfügung.