Branchen News

Wäschemarkt 2025 – Stabilität trotz struktureller Verschiebungen

Der deutsche Wäschemarkt zeigt sich auch 2025 als stabiler Grundbedarfssektor. Mit einem Gesamtumsatz von 5,64 Milliarden Euro im Jahr 2024 (+1%) und einer prognostizierten Steigerung von 1,1% für 2025 bestätigt sich die Widerstandsfähigkeit dieser Branche. Nach dem pandemiebedingten Einbruch von 300 Millionen Euro im Jahr 2020 erreichte der Markt bereits 2021 wieder das Vorkrisenniveau und wächst seitdem moderat aber kontinuierlich. “Die Stabilität der Wäschebranche in 2025 bestätigt unsere Prognosen zur Resilienz von Grundbedarfs-sortimenten. Gemeinsam mit unserem langjährigen Partner IFH Köln beobachten wir, wie sich der Markt durch Qualitätsfokus und intelligente Multichannel-Strategien neu positioniert”, erklärt Lukas Reischmann, Senior Consultant Strategy bei der BBE Handelsberatung.

Warengruppen-Analyse: Strümpfe führen, Damenwäsche wächst stark
Strumpfwaren dominieren den Markt: Mit 1,9 Milliarden Euro Umsatzvolumen machen Strumpfwaren etwa ein Drittel des Gesamtmarktes aus. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung von Socken, die vom anhaltenden Sneaker-Trend profitieren und sich von der einfachen Fußbekleidung zum modischen Statement-Piece entwickelt haben.
Damenwäsche als Wachstumstreiber: Damenwäsche (1,3 Mrd. Euro) und Miederwaren (1,2 Mrd. Euro) zeigen die stärkste Dynamik mit durchschnittlichen Wachstumsraten von 2,9% bzw. 2,1% pro Jahr seit 2019. Diese Segmente profitieren von gesellschaftlichen Trends wie Casualisierung und dem verstärkten Fokus auf Komfort und Bequemlichkeit.
Herrenwäsche mit Nachholbedarf: Mit nur 665 Millionen Euro erreicht die Herrenwäsche nicht einmal die Hälfte der Damenwäsche-Umsätze. Hier liegt ungenutztes Potenzial für gezielte Marktentwicklung.
 

Vertriebskanäle im Wandel: Online gewinnt, stationärer Handel unter Druck
Online-Handel auf dem Vormarsch: Der bedeutendste strukturelle Wandel zeigt sich in der Vertriebslandschaft. Versender und Internet-Pure-Player erreichen 2024 bereits 29,2% Marktanteil – ein Anstieg von 8,3 Prozentpunkten seit 2016. Diese Entwicklung wird durch neue Player wie Temu und Shein zusätzlich beschleunigt.
Fachhandel behauptet sich differenziert: Während Wäsche-Filialisten und Bekleidungsfilialisten ihre Position relativ stabil halten konnten, kämpft der kleinbetriebliche stationäre Fachhandel mit erheblichen Herausforderungen. Sein Marktanteil schrumpfte von 14,8% (2016) auf 11,5% (2024). Wettbewerbsdruck und Nachfolgeprobleme setzen diesem Segment weiter zu.
Warenhäuser im freien Fall: Am dramatischsten ist der Rückgang bei Kauf- und Warenhäusern: Ihr Marktanteil halbierte sich binnen acht Jahren von 16% auf nur noch 7,7%. Diese Entwicklung spiegelt die grundlegenden Strukturveränderungen im Einzelhandel wider.
 

Zukunftsausblick: Chancen und Herausforderungen für Händler
Digitale Transformation als Erfolgsfaktor: Die Zahlen zeigen eindeutig: Ohne starke Online-Präsenz und durchdachte Multichannel-Strategien wird es für Händler zunehmend schwierig, im Wäschemarkt zu bestehen. Dabei geht es nicht nur um den reinen Online-Verkauf, sondern um die intelligente Verknüpfung aller Kanäle.
Qualität und Kundenerlebnis als Differenzierungsmerkmale: In einem Markt mit steigendem Preisdruck durch asiatische Online-Marktplätze müssen sich etablierte Händler durch Qualität, Service und einzigartiges Kundenerlebnis differenzieren. Wer hier investiert, kann trotz verschärftem Wettbewerb profitabel wachsen.

 

Nachhaltigkeit als neuer Wettbewerbsfaktor
Das steigende Nachhaltigkeitsbewusstsein der Konsumenten eröffnet neue Geschäftsmöglichkeiten. Händler, die auf nachhaltige Sortimente und transparente Lieferketten setzen, können sich Wettbewerbsvorteile sichern.
Strategische Handlungsempfehlungen für Wäschehändler

  1. Multichannel-Strategie optimieren – Nahtlose Integration von Online- und Offline-Kanälen – Click & Collect und Ship from Store ausbauen – Mobile Commerce stärken
  2. Sortimentsstrategie schärfen – Fokus auf wachstumsstarke Segmente (Damenwäsche, modische Strümpfe) – Nachhaltige und komfortable Produkte priorisieren – Herrenwäsche-Sortiment gezielt ausbauen
  3. Kundenerlebnis verbessern – Personalisierte Beratung und Services – Fitting-Technologien und Size-Guides – Community-Building und Social Commerce
  4. Operative Exzellenz sicherstellen – Lageroptimierung und schnelle Lieferzeiten – Effiziente Retourenabwicklung – Datengetriebene Sortimentssteuerung sind zum Hygienefaktor geworden
  5. Kooperationen und Partnerschaften – Zusammenarbeit mit (Micro-)Influencern – lokale Partnerschaften fördern die regionale Verbundenheit

 

Stabilität erfordert strategische Weitsicht

Der Wäschemarkt 2025 zeigt: Stabilität ist kein Selbstläufer. Trotz des robusten Gesamtmarktes müssen Händler aktiv handeln, um ihre Position zu behaupten oder auszubauen. Die Gewinner werden jene sein, die frühzeitig in Digitalisierung, Kundenerlebnis und Sortimentsoptimierung investieren. “Wer jetzt in Kundenerlebnis und Sortimentsoptimierung investiert, wird gestärkt aus der Krise hervorgehen. Die Daten zeigen deutlich: Der Markt belohnt Innovation und Kundenorientierung”, so das Fazit von Lukas Reischmann.

 

Zum aktuellen Branchenbericht "Wäsche 2025"

Ihr Ansprechpartner

Ihr persönlicher Ansprechpartner steht Ihnen für Rückfragen und die individuelle Einordnung jederzeit zur Verfügung.